Als „Prüfstein alles Wissens“, als „einzigen Richter über die wissenschaftliche Arbeit“ formulierte Richard Feynman die Stellung des Experiments im naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess. Grund genug, auch in unserem Schulalltag der Fertigkeit des Experimentierens noch mehr Gewichtung zu verleihen.
So wurde im heurigen Schuljahr der neu eingeführte Laborunterricht in den dritten Klassen sehr gut von unseren Schülerinnen und Schülern angenommen.
Wie viele Büroklammern kann man in ein bereits volles Glas Wasser werfen? Wie viele davon schwimmen auf der Wasseroberfläche? Wie weit kann man einen Luftballon in einer Flasche aufblasen? Was ist ein kartesianischer Taucher? Warum fliegt eigentlich ein Flugzeug? Und natürlich: Welche physikalischen Theorien stecken dahinter?
Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich die Laborantinnen und Laboranten in der zweiwöchentlichen Doppelstunde praktisch und theoretisch beschäftigen. Gearbeitet wird dabei in Kleingruppen; bei den Aufgaben wird besonders Wert daraufgelegt, sie mit möglichst alltäglichen Gegenständen und Materialien zu lösen. So kommt es nicht selten vor, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Erkenntnisse auch zu Hause noch einmal vorführen.
Der Laborunterricht hat viele Vorteile. Mit keiner anderen Methode kann man physikalische Konzepte besser veranschaulichen, Gesetzmäßigkeiten direkter erfahren und seine Vorstellungen einfacher selbst überprüfen als mit dem Experiment. Physikalische Prozesse in Technik und Alltag können gut aufgezeigt werden, und für die Schülerinnen und Schüler werden nachhaltige Eindrücke vermittelt. Sie gewinnen nicht nur Erkenntnisse zu naturwissenschaftlichen Sachverhalten, sondern erwerben auch Erkenntnisse, wie die Naturwissenschaften selbst funktionieren – quasi die „Natur der Naturwissenschaft“. Das Wechselspiel zwischen theoriegeleiteter Hypothesenbildung und Experiment wird so hautnah miterlebt; das Experiment dient ja nicht nur dazu, Hypothesen zu überprüfen, sondern vor allem auch, sie überhaupt erst zu schaffen – und dabei ist wiederum sehr viel Phantasie gefragt.
Primär soll der Laborunterricht die Schülerinnen und Schüler motivieren sich mit naturwissenschaftlichen Fragen zu beschäftigen, und er soll das Interesse für Physik als Basis aller Naturwissenschaften wecken. Nebenbei werden Selbsttätigkeit und Verantwortlichkeit gefördert und – das Wichtigste – die SchülerInnen lernen mit Kopf, Herz und Hand!
Text und Fotos: Mag. Markus Lechner
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